Wien (OTS) – Die Einstellung von Menschen mit Behinderungen führt im
Unternehmen
oftmals zu einem Kulturwandel zum Positiven hin. Denn von einem
offenen Zugang zu Diversität profitiert die gesamte Belegschaft, egal
wie groß oder klein die Firma sein mag. Vorausgesetzt es gibt von
oberster Stelle ein echtes Commitment, Vielfalt als Stärke zu
begreifen. Um zu diskutieren, was es braucht, damit Inklusion in der
Arbeitswelt funktioniert, was vermieden werden soll, um Scheitern
abzuwenden, und wie Wünsche an die Gesellschaft lauten, trafen sich
die rund 70 Teilnehmende aus Wirtschaft, Politik, von
Behindertenorganisationen und NGOs sowie Menschen mit Behinderungen
des dritten LICHT INS DUNKEL-Dialogforums bei der Firma Rosenbauer
International zu einem ergebnisoffenen Diskurs – der viele
Erkenntnisse brachte.
Zwtl.: Mut auf allen Seiten
An den Dialogtischen war man sich einig: Es braucht mehr Mut vor
allem von Führungskräften und Unternehmer*innen, Menschen mit
Behinderungen zu beschäftigen. Aber auch von Menschen mit
Behinderungen selbst, sich zu bewerben und zu zeigen, dass sie ebenso
wertvolle Mitarbeitende sein können. Auf Führungsebene ist die
richtige Erwartungshaltung ein großes Thema. Oft genug überwiegt die
Einstellung „Es muss funktionieren“, was viele davon abhält, Menschen
mit Behinderungen eine Chance zu geben. Doch auch die Politik und
Förderstellen sind gefragt, entsprechende Rahmenbedingungen zu
schaffen. So könnte es neben Strafzahlungen auch ein Belohnungssystem
für Firmen geben, etwa über einen Inklusionsfonds.
Zwtl.: Chancen geben – Möglichkeiten schaffen
Der Weg von Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt endet
oft schon bei der Bewerbung, da Stellenausschreibungen nicht inklusiv
sind. Wer es jedoch in ein Arbeitsverhältnis schafft, merkt oft, dass
Kolleginnen und Kollegen nicht vorbereitet wurden und so
Berührungsängste entstehen oder verstärkt werden. Es ist wichtig,
Unterstützung zu bieten, damit Menschen mit Behinderungen ihr volles
Potential entfalten können.
Zwtl.: Selbstverständlichkeit als Ziel
Mehrfach wurde betont, dass Inklusion am Arbeitsmarkt
selbstverständlich werden muss und dass der Übergang in diese
Normalität noch zu langsam voranschreitet. Alle Beteiligten sind bei
diesem Transformationsprozess gefragt, ihre Haltung zu überdenken,
allen voran Führungskräfte und Unternehmer*innen. Denn von einem
inklusiven Arbeitsmarkt profitiert die gesamte Gesellschaft.
Zwtl.: Über die LICHT INS DUNKEL-Dialogforen: Bewusstseinsbildung im
Dialog
Mit den Dialogforen leistet LICHT INS DUNKEL einen Beitrag zur
Bewusstseinsbildung und öffnet einen Diskursraum. Bei diesen
Veranstaltungen wird beleuchtet, vor welchen Herausforderungen
Menschen mit Behinderungen in unterschiedlichen Lebensbereichen
stehen und welche Lösungen es gibt. Der Blick ist dabei klar nach
vorne gerichtet. Die Dialogforen selbst sind Beispiele gelebter
Inklusion. Sie finden an einem baulich barrierefreien Ort statt, es
gibt Dolmetschung in Österreichischer Gebärdensprache, Live-
Schriftdolmetschung und eine graphische Zusammenfassung in einfacher
Sprache. Und vor allem, Menschen mit Behinderungen werden aktiv
eingebunden.