Schönheit

Grüne/Voglauer zum Welttierschutztag: „Ein verfehltes Agrarsystem lässt Tiere weiter leiden“

Wien (OTS) – „Ob Schweine in Ställen auf Vollspaltenböden, Kälber als
Lebendfrachtgut in Lkws gepfercht oder Hühner in Volieren zu
achtzehnt auf einem Quadratmeter – in diesem verfehlten Agrarsystem
sind Tiere weiterhin Qualen und Leid ausgesetzt“, erinnert Olga
Voglauer, Tierschutz- und Landwirtschaftssprecherin der Grünen,
anlässlich des Welttierschutztags am 4. Oktober.

„Es wird Zeit, dass Gesundheitsministerin Schumann im Sinne des
Tierschutzes tätig wird. Das ist längst überfällig, wie sich ja nicht
nur am unseligen Murks der Bundesregierung beim Vollspaltenboden, am
sich anbahnenden schrittweisen Rückzieher der Ministerien bei
Tierwohl und Bio in der nachhaltigen Bundesbeschaffung oder an den
drohenden Gefahren im Zusammenhang mit dem Mercosur-Abkommen zeigt“,
erläutert Voglauer.

„Anstatt indirekt Tierleid, Pestizide und Abholzung aus
Südamerika zu importieren, müssen wir unser heimisches
Landwirtschafts- und Ernährungssystem zukunftsfit und resilient
weiterentwickeln. Das bedeutet regionale und nachhaltige Produktions-
und Verarbeitungskreisläufe zu stärken, stärker auf Bio und
Tierwohlhaltung zu setzen und endlich die
Herkunftskennzeichnungspflicht in der Gastronomie zu verankern“, hält
Voglauer fest. Eine wichtige Rolle spiele zudem auch ein bewussterer
Zugang zu ausgewogener und gesunder Ernährung: „Die Entscheidung für
mehr heimisches Gemüse und Hülsenfrüchte und etwas weniger, aber
dafür qualitativ hochwertigeres Fleisch hat für die Tiere, die
Bäuer:innen und die Konsument:innen einen positiven Effekt. Diese
Entscheidung macht langfristig einen großen Unterschied in der
Gestaltung einer zukunftsfähigen, auf Tierwohl bedachten
kleinbäuerlichen Landwirtschaft in Österreich.“

Für Voglauer ist klar: „Im Sinne des Tierschutzes ist es
unabdingbar, bei den nach wie vor bestehenden Missständen genau
hinzusehen und diese Probleme klar zu benennen. Eines davon ist der
Transport von Kälbern. Es gibt auch schon längst Initiativen von
Amtstierärzt:innen und Tierschützer:innen, um Rinderexporte in die
Türkei und nach Algerien zu verbieten. Wir können und dürfen unsere
moralische Verpflichtung anderen Lebewesen gegenüber weder an EU-
Außengrenzen, noch vor den Stalltüren oder am Supermarktregal über
Bord werfen.“