Wien (OTS) – Der Deutschmeisterbund, ein Dachverband von Miliz- und
Traditionsvereinen, bewertet den aktuellen Vorstoß der SPÖ zur
Wiedereinführung verpflichtender Milizübungen als ersten kleinen
Schritt in die richtige Richtung. „Das kann jedoch kein Ersatz für
eine echte Wehrdienstreform sein. Österreich braucht kein weiteres
taktisches Abwarten, sondern die rasche Umsetzung des empfohlenen
Modells: acht Monate Grundwehrdienst plus zwei Monate verpflichtende
Milizübungen“, erklärt dazu der Präsident des Deutschmeisterbundes,
Major i.T. Robert Spevak, selbst auch überzeugter Milizsoldat.
Seit Monaten liege auf dem Tisch, was sicherheitspolitisch
notwendig sei. Die Wehrdienstkommission habe klar aufgezeigt, dass
Ausbildung, Einsatzfähigkeit und Miliz nur mit mehr Zeit,
Verbindlichkeit und Qualität nachhaltig gestärkt werden können. Wer
heute nur über Attraktivierung des Grundwehrdienstes spreche, aber
die notwendige Ausbildungszeit ausklammere, verkenne die Realität.
Moderne Ausrüstung, neue Bedrohungen und glaubwürdige Neutralität
könnten nicht mit Minimalvarianten beantwortet werden.
„Andernfalls droht eine massive Schwächung unserer Milizverbände.
Neue Waffensysteme, moderne Fähigkeiten und komplexere Ausrüstung
erfordern zunächst eine solide individuelle Grundausbildung
eingerückter Grundwehrdiener. Später muss mit der Übungspflicht die
Miliz in größeren, strukturierten Einheiten wie Zügen, Kompanien oder
auch im größeren Verbandsrahmen mit bereits gut grundausgebildeten
Soldaten in deren Kernaufgaben üben können, um deren Fähigkeiten der
militärischen Landesverteidigung als strukturierte Einheiten tauglich
festigen zu können – zum Schutz unserer Republik und nicht als
Selbstzweck.“, so Spevak weiter.
„Wir brauchen beides: einen ausreichend langen Wehrdienst und die
Übungspflicht!“
Der Deutschmeisterbund fordert daher die Regierungsparteien
neuerlich – insbesondere SPÖ und NEOS – auf, endlich Verantwortung zu
übernehmen. „Sicherheit ist kein parteipolitisches Verhandlungsspiel.
Dies haben wir auch bereits Ende Jänner zur Wehrdienstdebatte
festgehalten. Denn eines steht fest: Die Miliz kann nur
funktionieren, wenn sie regelmäßig übt. Und das Bundesheer kann
insgesamt nur verteidigungsfähig sein, wenn Grundwehrdiener
ausreichend ausgebildet werden. Wir brauchen daher beides: einen
ausreichend langen Wehrdienst und die Übungspflicht.“, betont Spevak
abschließend. Der Deutschmeisterbund spricht sich daher erneut klar
für das Modell „Österreich plus“ aus: acht Monate Grundwehrdienst und
zwei Monate verpflichtende Milizübungen.
Über den Deutschmeisterbund
Der Deutschmeisterbund ist ein Dachverband von Miliz- und
Traditionsvereinen. Er widmet sich der Pflege und Förderung der
Tradition des k.u.k. Infanterieregiments „Hoch- und Deutschmeister“
Nr. 4, das 1696 gegründet wurde und heuer den 330. Jahrestag seiner
Aufstellung feiert. Dem Deutschmeisterbund gehören zahlreiche Vereine
an, die sich der „Deutschmeister-Tradition“ verpflichtet fühlen. Dazu
zählen unter anderem der Kameradschaftsverein Hoch- und
Deutschmeister, das Deutschmeister Schützenkorps, die Original Hoch-
und Deutschmeister-Kapelle, die Traditions-Compagnie 1809
Perchtoldsdorf, die Hoch- und Deutschmeisterkameradschaft sowie die
Deutschorden-Compagnie Bad Mergentheim in Deutschland. Zum Verband
zählt auch der Partnerverein „Hoch- und Deutschmeister“ des
strukturierten Miliz-Jägerbataillons Wien 1 des Österreichischen
Bundesheeres. Der Deutschmeisterbund hat seinen Sitz in Wien und
umfasst Mitgliedsvereine in Österreich und Deutschland.