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PVÖ: Neue Studien bestätigen Handlungsbedarf – Hitzeschutzpläne für Pflegeheime jetzt verpflichtend machen

Wien (OTS) – Angesichts neuer Forschungsergebnisse der Universität
Graz und des
Projekts multiSENSE erneuert der Pensionistenverband Österreichs
seine Forderung nach verpflichtenden Hitzeschutzplänen sowie
bundesweit einheitlichen Mindeststandards für den baulichen und
organisatorischen Hitzeschutz in allen Alten- und Pflegeheimen. Die
Studien zeigen, dass langanhaltende Hitze Bewohnerinnen und Bewohner
ebenso wie das Pflegepersonal massiv belastet und viele Einrichtungen
zunehmend an ihre Grenzen bringt. ****

Wissenschaft bestätigt PVÖ-Forderung

Die Forschenden weisen darauf hin, dass sich Pflegeheime während
Hitzewellen über Wochen stark aufheizen können und gezielte, an die
jeweilige Einrichtung angepasste Maßnahmen erforderlich sind. „Die
Studien zeigen klar, was Bewohner*innen, Pflegekräfte und Angehörige
seit Jahren erleben: Hitze ist ein ernstzunehmendes
Gesundheitsrisiko. Freiwillige Maßnahmen reichen nicht aus. Wer
ältere und pflegebedürftige Menschen wirksam schützen will, muss
verpflichtende Hitzeschutzpläne gesetzlich verankern“, fordert Birgit
Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ).

Verbindliche Standards schaffen

Der PVÖ fordert daher:

– verpflichtende Hitzeschutzpläne für alle Alten- und Pflegeheime,
die bei Hitzewarnungen automatisch in Kraft treten;

– bundesweit einheitliche Mindeststandards für den baulichen und
organisatorischen Hitzeschutz, insbesondere bei Beschattung,
Sonnenschutz, Trinkwasserversorgung, Lüftung, Kühlmöglichkeiten und
Hitzeschutzmaßnahmen im Pflegealltag;

– ein Investitionsprogramm für klimafitte Pflegeeinrichtungen,
insbesondere für außenliegenden Sonnenschutz, Begrünung,
Entsiegelung, bauliche Kühlmaßnahmen und – wo erforderlich –
technische Kühllösungen;

– ergänzende Personalressourcen durch Pflegehilfskräfte während des
Sommers

– regelmäßige Schulungen des Pflegepersonals sowie klare Notfall- und
Kommunikationsabläufe für Hitzewellen.

„Wenn die Hitze einmal im Heim ist, bleibt sie dort – genau
darauf weisen die aktuellen Studien hin. Ein nasser Waschlappen oder
ein Fußbad mit kühlem Wasser reichen bei einer Hitzewelle, die
mehrere Wochen dauert, längst nicht mehr aus. Unsere Pflegeheime
brauchen die notwendige personelle, finanzielle und bauliche
Unterstützung“, so Gerstorfer.

Aus Empfehlungen müssen Standards werden

Der PVÖ begrüßt, dass das Sozialministerium Hitzeschutzpläne für
Gesundheitseinrichtungen empfiehlt. „Das ist ein wichtiger erster
Schritt. Jetzt müssen aus Empfehlungen verbindliche Standards werden.
Der Schutz besonders gefährdeter Menschen darf weder vom Budget einer
Einrichtung noch von ihrem Standort abhängen“, betont Gerstorfer.
„Die Klimakrise ist längst auch eine Gesundheitskrise. Gerade ältere
und pflegebedürftige Menschen brauchen einen wirksamen Schutz. Jetzt
ist die Politik gefordert, österreichweit verbindliche
Hitzeschutzstandards für Alten- und Pflegeheime zu schaffen“, so
Gerstorfer abschließend.