Wien (OTS) – Forschung mit Gesundheitsdaten steht vor einer zentralen
Herausforderung: Daten müssen auswertbar und über verschiedene
Quellen hinweg verknüpfbar sein – gleichzeitig müssen aber Identität
und Privatsphäre der betroffenen Personen geschützt bleiben. Gerade
bei sensiblen personenbezogenen Daten reicht es nicht aus, Namen
einfach zu entfernen. Es braucht technische und organisatorische
Verfahren, die eine datenschutzkonforme Nutzung und zugleich eine
wissenschaftlich belastbare Auswertung ermöglichen.
Genau hier setzen die vom AIT Austrian Institute of Technology
entwickelten EUPID (European Patient Identity Management) Services
an. Sie helfen Forschenden dabei, Gesundheitsdaten sicher und
datenschutzkonform auszuwerten. Namen und andere direkt
identifizierende Informationen werden dabei nicht weitergegeben oder
gespeichert, sondern durch Pseudonyme ersetzt.
Nun wurde durch die akkreditierte Zertifizierungsstelle DSGVO-ZT
bestätigt, dass die vom AIT angebotenen EUPID Services die
Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung erfüllen. Die
unabhängige Zertifizierung stärkt das Vertrauen in die
datenschutzkonforme Nutzung sensibler Gesundheitsdaten und
unterstützt die weitere internationale Etablierung von EUPID als
verlässliche Infrastruktur für die Gesundheitsforschung. Forschende
können damit zusammengehörige Datensätze nutzen, ohne dass Namen oder
andere direkt identifizierende Informationen offengelegt werden.
Ein zentraler Vorteil von EUPID besteht darin, dass Daten
derselben Person auch dann erkannt und verknüpft werden können, wenn
sie in unterschiedlichen Datensätzen unter verschiedenen Pseudonymen
vorliegen. Auf diese Weise wird die Privatsphäre der betroffenen
Personen bestmöglich geschützt, während zugleich hochwertige
Forschung mit verteilten Datensätzen möglich bleibt.
Zwtl.: Personenbezogene Daten geschützt
Solche Lösungen sind besonders dort relevant, wo personenbezogene
Daten an unterschiedlichen Stellen gespeichert werden und
gleichzeitig ein hoher Forschungsbedarf besteht. Das gilt etwa für
Bereiche wie Kinderkrebs, in denen EUPID bereits seit längerer Zeit
eingesetzt wird. „Gerade bei sensiblen Gesundheitsdaten muss
Datenschutz nicht nur mitgedacht, sondern technisch nachvollziehbar
umgesetzt werden. Die Zertifizierung der EUPID Services schafft hier
zusätzliche Verlässlichkeit für Forschungspartner, Ethikkommissionen
und betroffene Patient:innen“, erklärt Dieter Hayn, Senior Scientist
in der Competence Unit Digital Health Information Systems des AIT
Center for Health and Bioresources.
Für das AIT ist die Datenschutz-Zertifizierung ein wichtiger
Meilenstein für die weitere Verbreitung von EUPID in internationalen
Forschungsnetzwerken. Auch für potenzielle Partner:innen ist die
Zertifizierung ein wichtiges Signal: Sie stärkt das Vertrauen in die
Services, erleichtert die Beantwortung von Datenschutzfragen und
unterstreicht, dass Pseudonymisierung und die Verknüpfung sensibler
Datensätze auf einer unabhängig geprüften Grundlage erfolgen.
Mehr: https://www.ait.ac.at/themen/digital-health
https://eupid.eu/
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