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ASFINAG: Alarmierende Entwicklung bei „Ablenkung/Unachtsamkeit“ als Unfallursache!

Wien (OTS) – Dass Ablenkung/Unachtsamkeit zu schweren und oft auch
tödlichen
Verkehrsunfällen führen kann, wissen zwar längst alle. Das
Fahrverhalten ändert sich aber trotzdem nicht, wie auch die
Unfallstatistik der ASFINAG beweist. Im Gegenteil: Von 2.173 Unfällen
mit verletzten Personen im Vorjahr waren 669 auf Ablenkung
zurückzuführen, und damit neuerlich mehr als 2024 (658). Damit baut
das Hantieren mit Mobiltelefon, Navi und Co den unrühmlichen
Vorsprung weiter aus. Nahezu ein Drittel der Unfälle auf den
Autobahnen wird zu dieser Ursachen-Kategorie gezählt. 20 Menschen
kamen bei diesen Unfällen ums Leben, 46 tödliche waren es im Vorjahr
insgesamt.

Ein besorgniserregendes Detail: 337 der 669 Unfälle zählen zum
Unfalltyp „Auffahren auf stehendes oder fahrendes Fahrzeug“. Ein
Beweis dafür, dass viele Unfallverursacher nicht nach vorne auf die
Straße schauen, sondern unachtsam oder durch das Handy abgelenkt
sind.

Bei den Unfällen in Baustellenbereichen ist der Anteil von
Ablenkung/Unachtsamkeit sogar noch höher. Von 218 Unfällen im Vorjahr
waren 89 und damit fast 40 Prozent darauf zurückzuführen. Dabei
sollte man gerade in diesen Abschnitten mit noch mehr Vorsicht
unterwegs sein, um nicht dort arbeitende Menschen zu gefährden. Denn
der „Arbeitsplatz Straße“ ist gefährlich, wie auch der tragische
tödliche Unfall eines ASFINAG-Mitarbeiters in Kärnten vor zwei Wochen
wieder gezeigt hat.

„Ablenkung ist die häufigste Ursache tödlicher Unfälle“,
appelliert Verkehrsminister Peter Hanke an das
Verantwortungsbewusstsein der Lenkerinnen und Lenker. „Deshalb
brauchen wir Bewusstseinsbildung, moderne Sicherheitstechnologien und
mehr Rücksicht gegenüber den Menschen, die täglich auf unseren
Autobahnen unterwegs und auch im Einsatz sind. Die beste
Infrastruktur und die beste Technik helfen nämlich nichts, wenn man
während der Fahrt mit dem Handy oder dem Navigationsgerät hantiert.“

Der negative Trend zeigt sich auf den Autobahnen in nahezu allen
Bundesländern. In Niederösterreich stieg die Zahl der Ablenkungs-
Unfälle von 176 (2023) auf 189 im Vorjahr, in Oberösterreich von 84
auf 112, in der Steiermark von 83 auf 103 und in Tirol von 69 auf 80.

Besonders bedenklich ist die erste Auswertung der Ursachen der
tödlichen Unfälle im Jahr 2026: Bei acht der bisher 17 Menschen, die
auf Autobahnen ums Leben kamen, war die Ursache Ablenkung, also fast
schon 50 Prozent.

Die ASFINAG hat daher gemeinsam mit dem ÖAMTC die Offensive
„Danke, dass du auf meine Mama/meinen Papa aufpasst“ gestartet, um
den „Arbeitsplatz Straße“ sicherer zu machen. Botschafter sind die
Kinder der Mitarbeitenden. Sie verdeutlichen damit emotional, dass
hinter allen Tätigkeiten auf den Autobahnen und Schnellstraßen
Menschen stehen, die für die Allgemeinheit im Einsatz sind. „Der
Arbeitsplatz Straße ist gefährlich. Wir tun alles, um unsere
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen, aktuell mit einem neuen
KI-basierten Kollisionswarn-System, das abgelenkte Fahrzeuglenker mit
einem Hupsignal warnt“, sagt ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl. „Aber
der größte Hebel für mehr Sicherheit ist der Mensch. Unsere Botschaft
ist einfach: Danke, dass ihr aufpasst, damit die Mamas und Papas,
aber auch Söhne und Töchter, die in der ASFINAG arbeiten, wieder
sicher nach Hause zu ihren Familien kommen.“

Pilotprojekt Kollisionswarnung mit Hilfe von KI

ASFINAG und ÖAMTC testen derzeit ein KI-basiertes System, das
Arbeiten unter Verkehr noch sicherer machen soll. Eine Kamera erkennt
Fahrzeuge ab etwa 300 Meter Entfernung, die KI analysiert deren
Fahrweg und warnt rechtzeitig bei einer möglichen Kollision.