Schönheit

BV Luxenberger: Amalie-Seidel-Steg verbindet künftig Margareten und Mariahilf

Wien (OTS) – Seit 2015 verbindet der namenlose Steg neben der
Wientalterrasse den
fünften mit dem sechsten Bezirk. Bis heute hat der Steg keinen
offiziellen Namen. Nach 10 Jahren Hin und Her hat die
Bezirksvertretung Margareten gestern beschlossen, dass der Steg
künftig „Amalie-Seidel-Steg“ heißen soll. Bezirksvorsteher Michael
Luxenberger: „Zehn Jahre ohne Namen, das ist eine ungewöhnlich lange
Zeit für eine Verkehrsfläche in Wien. Es freut mich, dass es uns
bereits am Beginn der Amtsperiode gelungen ist, Initiative zu zeigen
und in beiden Bezirken einen parteiübergreifenden Antrag zu
formulieren. Damit gibt es endlich eine Lösung. Besonders freue ich
mich, dass mit Amalie Seidel eine Kämpferin für Frauenrechte dem
bisher namenlosen Wientalsteg ihren Namen leihen wird.“

Die Klubobfrau der Grünen Margareten, Julia Fritz, freut sich
ebenfalls über den Beschluss: „Es war uns immer wichtig, dass
Verkehrsflächen nach Frauen benannt werden, die Wien und unseren
Bezirk geprägt haben. Mit Amalie Seidel haben wir eine verdiente Frau
gefunden, die sowohl in Mariahilf als auch in Margareten tätig war.
Es freut mich, dass wir mit der SPÖ und KPÖ/Links im fünften Bezirk
Partner gefunden haben, die dieses Vorhaben auch unterstützt haben.“

Amalie Seidel (1876–1952) war eine bedeutende sozialdemokratische
Politikerin und Frauenrechtlerin, die sich zeitlebens für soziale
Gerechtigkeit, Jugendfürsorge und die Rechte von Arbeiterinnen
einsetzte. Sie organisierte den ersten Frauenstreik Österreichs (
„Streik der 700“) und war von 1919 bis 1923 Gemeinderätin in Wien
sowie von 1919 bis 1934 Abgeordnete zum Nationalrat. Ihr Wirken ist
eng mit den Bezirken Mariahilf und Margareten verbunden – unter
anderem durch ihre Tätigkeit in der Gumpendorfer Appreturfabrik, im
Arbeiterbildungsverein sowie als Vorsitzende des
Frauenbezirkskomitees von Margareten. Die Benennung des Stegs nach
Amalie Seidel stellt eine würdige Erinnerung an eine Pionierin der
österreichischen Frauenbewegung dar und entspricht dem Ziel,
Verkehrsflächen verstärkt nach verdienten Frauen zu benennen.

Bereits am 11. September hat die Bezirksvertretung Mariahilf
einen gleichlautenden Antrag beschlossen. Nun ist die Stadt Wien am
Zug, die die Benennung des Steges in die Wege leiten muss.