Wien (OTS) – Anlass für die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen
der
gemeinnützigen Stiftung und dem Museum für angewandte Kunst war der
größte Kulturgutverlust der österreichischen Geschichte im
niederösterreichischen Schloss Immendorf, der sich am 8. Mai 2025 zum
80. Mal jährte.
Zwtl.: „Gustav Klimt, das MAK und Schloss Immendorf: Verbrannt,
zerstört, verschollen?“
Die im Juli eröffnete Schau spannt den inhaltlichen Bogen von der
detaillierten Auseinandersetzung mit dem Einlagerungsort Schloss
Immendorf über die verbrannten Gemälde Gustav Klimts bis zu den
Auswirkungen des 2. Weltkriegs durch verheerende Bombeneinschläge am
Beispiel wichtiger Wiener Kulturdenkmäler. Auch neu entdeckte
Archivalien, wie etwa ein Grundriss und eine historische Beschreibung
des Schlosses aus der niederösterreichischen Landesbibliothek, werden
präsentiert. Der Plan diente als Vorlage für ein Architekturmodell,
das im Auftrag der Klimt-Foundation extra für die Ausstellung
umgesetzt wurde und neben historischen Fotografien den Besucher:innen
das heute nur mehr als Ruine erhaltene Schloss vor Augen führt.
Integrativer Bestandteil der Schau ist zudem der von Peter Weinhäupl
gemeinsam mit Stefan und Rikke Kutzenberger produzierte Film mit
Zeitzeug:innenberichten rund um das vermeintlich sichere Kunstdepot.
Originaldokumente aus den Beständen des Bundesdenkmalamts und des
Wiener Künstlerhauses, die Einblick in die Vorbereitungen zur
Einlagerung der Kunstschätze in Schloss Immendorf geben, ergänzen die
Ausstellung.
Die Klimt-Foundation erweitert dieses Spektrum um historisches
und fotografisches Archivmaterial. Zusätzlich sind hochwertige, teils
mehrfarbige Lichtdrucke der vernichteten Klimt-Gemälde aus
historischen Mappenwerken zu sehen. Alle Gemälde, die Opfer der
Flammen wurden, stammten aus der zwangsenteigneten Sammlung August
und Serena Lederers. Ergänzend führen Reproduktionen der Klimt-Bilder
im Originalmaß den Verlust dieser wertvollen Schätze auf didaktische
Weise vor Augen. Das MAK öffnet durch historisches Fotomaterial den
Blick auf weitere Objekte und ganze Ensembles, die verbrannten, wie
etwa das Laxenburger Zimmer oder das sogenannte Möchlinger Grab .
Zwtl.: Fazit
Aus Sicht der Klimt-Foundation bietet die Ausstellung die
Möglichkeit, die Dimensionen der Katastrophe von Immendorf präsent zu
halten. Sie erhebt jedoch nicht den Anspruch, das Rätsel um die
verbrannten Klimt-Gemälde und weitere Kunstschätze zu lösen. Für die
gemeinnützige Stiftung bleibt dieser Kulturgutverlust somit ein
wichtiges Forschungsthema. Weiterführende Hinweise zu Schloss
Immendorf werden über office@klimt-foundation.com entgegengenommen.
Noch bis inklusive Sonntag, 21. September 2025, ist die
Ausstellung im MAK Forum zu sehen.