Schönheit

Herr Nepp, Wien ist nicht Brüssel – Ihre verbalen Prügel treffen die Falschen

Wien (OTS) – „Herr Nepp richtet seine Kritik an die falsche Adresse.
Die
Entscheidung über den nun veröffentlichten AI-Gigafactory-Call wurde
nicht im Wiener Rathaus getroffen, sondern auf europäischer Ebene.
Wer Wien dafür verantwortlich machen will, ignoriert bewusst die
Fakten.“

Wien macht seine Hausaufgaben

Novak verweist darauf, dass sich das Projekt gegenüber dem
ursprünglich vorgestellten Modell grundlegend verändert hat.

„Zu Beginn stand ein Modell im Raum, bei dem Infrastruktur,
Standortentwicklung und eine öffentliche Mitbeteiligung eine deutlich
größere Rolle gespielt hätten. Für Wien war das deshalb interessant,
weil es nicht nur um den Betrieb eines Rechenzentrums gegangen wäre.
Über die Infrastruktur hätte die öffentliche Hand an einer
strategischen Zukunftsinfrastruktur mitwirken und langfristig
Einfluss auf eine zentrale digitale Infrastruktur sichern können. So
wie Städte Verantwortung für Wasser, Energie oder den öffentlichen
Verkehr übernehmen, stellt sich künftig auch bei digitaler
Infrastruktur die Frage nach öffentlicher Mitgestaltung und
öffentlichem Nutzen.“

„Genau dieser Ansatz wurde durch den nun veröffentlichten EU-Call
deutlich geschwächt. Im Mittelpunkt steht heute nicht mehr primär die
Entwicklung und teilweise öffentliche Miterrichtung von
Infrastruktur, sondern die langfristige Beschaffung von KI-
Rechenleistung. Aus einem Ansatz mit konkretem Standortbezug und
strategischer Infrastrukturpartnerschaft wurde wesentlich stärker
eine europäische Einkaufsgemeinschaft für KI-Rechenleistung.“

Bundesregierung gefordert

Gerade dadurch komme der Rolle der Mitgliedstaaten besondere
Bedeutung zu.

„Wenn die zugesicherte Abnahme von Rechenleistung zum
entscheidenden Faktor wird, stellt sich die Frage nach den Beiträgen
der Mitgliedstaaten. Eine aktive Rolle des Bundes wäre daher wichtig
gewesen. Dass entsprechende Signale ausgeblieben sind, macht die
Realisierung eines Wiener Standorts jedenfalls deutlich schwieriger.“

Wien ist sehr gut vorbereitet

Die Vizebürgermeisterin weist zugleich die Darstellung zurück,
Wien hätte seine Hausaufgaben nicht gemacht.

„Wien ist sehr gut vorbereitet. Wir verfügen über starke
Forschungseinrichtungen, innovative Unternehmen und die notwendige
Energieinfrastruktur. Ein besonderer Vorteil ist, dass die bei einem
solchen Rechenzentrum anfallende Abwärme nicht verloren geht, sondern
für das Wiener Fernwärmenetz genutzt werden kann. Was andernorts zur
Herausforderung wird, kann in Wien einen konkreten Nutzen für die
Menschen bringen.“

Das sei ein Standortvorteil, den Wien auch künftig konsequent
nutzen werde.

„Ungerechtfertigte und grundlose Schuldzuweisungen bringen keinen
einzigen Arbeitsplatz nach Wien und keine einzige Investition nach
Österreich. Die Stadt Wien trägt soziale, wirtschaftliche und
technologische Innovation in ihrer DNA. Ich stehe dafür, Chancen für
den Arbeits- und Wirtschaftsstandort frühzeitig zu erkennen,
sorgfältig zu prüfen und mutig zu verfolgen“, so Novak abschließend.