Schönheit

FPÖ – Karacsony: „Dürre ist eine Naturkatastrophe – Bauern brauchen echte Hilfe statt Stundungen und heißer Luft!“

Wien (OTS) – „Als Mitglied des österreichischen Bundesrates sehe ich
diese Krise
längst nicht mehr nur als burgenländisches Problem. Wenn unsere
bäuerlichen Familienbetriebe wegbrechen, geht es um die
Versorgungssicherheit ganz Österreichs“, erklärte FPÖ-Bundesrat
Thomas Karacsony, Obmann der Freiheitlichen Bauernschaft Burgenland.

Die anhaltende Trockenheit treffe große Teile der Landwirtschaft
mit voller Härte. Im Burgenland sind die Folgen besonders deutlich:
Schwache Getreideerträge, massive Probleme bei Mais und Soja,
fehlender Futteraufwuchs und steigende Kosten für Tierhalter. „Eine
außergewöhnliche Dürre ist genauso eine Naturkatastrophe wie
Hochwasser, Hagel oder Sturm. Wenn Wasser ganze Existenzen
wegschwemmt, hilft der Staat zu Recht. Wenn monatelang kein Wasser
vom Himmel kommt und dadurch Ernten und Futtergrundlagen vernichtet
werden, darf die Antwort nicht sein: Nehmt euch einen Kredit und
zahlt eure Beiträge später.“

Karacsony kritisierte ÖVP-Landwirtschaftsminister Norbert
Totschnig und den ÖVP-Bauernbund scharf. „Seit Wochen hören wir
Forderungen, Gespräche, Prüfungen und Ankündigungen. Die Felder
werden davon nicht grüner und die Rechnungen nicht kleiner. Die
Bauern brauchen keinen Bauernbund, der der eigenen ÖVP-geführten
Agrarpolitik Forderungszettel schreibt. Sie brauchen eine Vertretung,
die bei der eigenen Partei endlich Ergebnisse durchsetzt.“

Für Karacsony reichen Stundungen und neue Kredite ausdrücklich
nicht aus. „Eine Stundung der SVS-Beiträge verschiebt die Rechnung
lediglich nach hinten. Der Bauer muss sie trotzdem bezahlen. Auch ein
Zinszuschuss kann Liquidität schaffen, ersetzt aber keinen verlorenen
Ertrag. Wer wegen einer Naturkatastrophe massive Einkommensausfälle
hat, braucht eine echte Entlastung.“

Die freiheitlichen Vorschläge für eine rasche Dürrehilfe umfassen
den Nachlass bei SVS-Beiträgen für nachweislich schwer von der Dürre
betroffene Betriebe – nicht bloß eine Stundung, rasche direkte
Soforthilfe für existenzgefährdete bäuerliche Familienbetriebe, ein
einfaches, unbürokratisches Verfahren mit klaren Kriterien – keine
monatelangen Arbeitskreise und keinen Papierkrieg, Unterstützung für
Tierhalter beim notwendigen Futterzukauf und Futtertransport, rasche
Auszahlung beziehungsweise Vorziehung bestehender Agrarzahlungen und
wirksame Entlastung bei Betriebskosten sowie weniger Bürokratie,
faire Erzeugerpreise und eine klare Herkunftskennzeichnung, damit
Landwirtschaft langfristig wieder von ihrer Arbeit leben kann.

„Bauern brauchen keine Almosen und wollen nicht dauerhaft vom
Staat abhängig sein. Sie wollen säen, ernten, Tiere halten, faire
Preise erzielen und sich aus eigener Kraft Reserven aufbauen können.
Aber wer durch eine außergewöhnliche Naturkatastrophe unverschuldet
einen wesentlichen Teil seiner Ernte verliert, dem muss genauso rasch
geholfen werden wie Betroffenen anderer Naturkatastrophen.“

Auch die gesamte regionale Wertschöpfung stehe auf dem Spiel.
„Wenn der Bauer kein Geld mehr hat, investiert er nicht. Dann trifft
es als Nächstes Landmaschinenhändler, Werkstätten, Transporteure,
Verarbeiter und viele weitere Betriebe. Landwirtschaft ist kein
abgeschlossener Bereich – an jedem Hof hängen Arbeitsplätze und
Wertschöpfung.“

„Österreich hat in anderen Krisen gezeigt, dass rasches
staatliches Handeln möglich ist. Bei Corona wurden Milliarden
mobilisiert, für Migration und internationale Hilfe stehen erhebliche
öffentliche Mittel zur Verfügung. Über jede Ausgabe kann man
politisch diskutieren. Aber niemand kann mir erklären, warum
ausgerechnet bei der Sicherung unserer heimischen
Lebensmittelproduktion plötzlich nur mehr das leere Budget als
Argument herhalten soll.“

„Ich sage es als Landwirt, als Obmann der Freiheitlichen
Bauernschaft Burgenland und als Bundesrat: Versorgungssicherheit ist
eine nationale Aufgabe. Unsere Bauern brauchen keine Almosen und
keine weiteren Schulden. Sie brauchen Wertschätzung, faire
Rahmenbedingungen und jetzt – in dieser außergewöhnlichen Dürre –
rasche Hilfe. Herr Minister Totschnig und meine Herren vom
Bauernbund: Schluss mit der heißen Luft. Handeln Sie endlich. Eine
Naturkatastrophe wartet nicht auf den nächsten Arbeitskreis“, so
Karacsony abschließend.