Wien (OTS) – Die in Wien lebende Künstlerin Nives Widauer arbeitet
medienübergreifend mit Malerei, Zeichnung, Video, Installation und
Bühnenbild. Im Zentrum ihrer künstlerischen Praxis stehen Fragen nach
den Wechselwirkungen von Körper, Natur und kulturell geprägten
Bildvorstellungen. Für die Ausstellung Body Talk bringt Widauer ihre
Werkserie Body Talk | Paracelsus sowie weitere Arbeiten zum Thema
Anatomie und Körper in einen Dialog mit ausgewählten Objekten aus der
Sammlung des Josephinums.
Ab 07. Oktober 2026 zeigt das Josephinum, die Sammlungen der
Medizinischen Universität Wien, die Ausstellung Body Talk , die in
Zusammenarbeit mit dem in Paris lebenden Kritiker J. Emil Sennewald
eigens für das Haus entwickelt wurde. Darüber hinaus setzt die
Künstlerin Interventionen in der Dauerausstellung und den
historischen Wachsmodellräumen. Ihre Arbeiten treten dabei in ein
unmittelbares Zusammenspiel mit den medizinischen Objekten und
historischen Körperbildern der Sammlung und erweitern diese um
zeitgenössische Perspektiven.
Im Fokus der Ausstellung steht der menschliche Körper als
komplexes und vernetztes Gefüge, in dem sich körperliche, psychische
und kulturelle Dimensionen überlagern. Paracelsus‘ Begriff der „Ein-
Bildung“ als schöpferische Seelenkraft und seine Ideen von Mensch,
Natur und Kosmos bilden den historischen Bezugspunkt. „Nives Widauer
begibt sich auf eine besondere Reise, indem sie anatomische
Zeichnungen aus einem Anatomieatlas von 1860 verwendet und ihre
Visionen, Ideen sowie Gefühle in die Tafeln einfließen lässt. So
verändert und entwickelt sie die anatomischen Radierungen und
verleiht ihnen eine neue, farbenreiche Bedeutung“, sagt Christiane
Druml, Direktorin des Josephinums.
So eröffnen die zeitgenössischen Arbeiten Nives Widauers, verbunden
mit der Geschichte von Medizin und Wissenschaft, einen heute höchst
aktuellen Blick auf sich wandelnde Vorstellungen von Körper und
Gesundheit. Body Talk lädt dazu ein, vertraute Körperbilder neu zu
betrachten und das eigene Verständnis des Körpers als aus historisch
und kulturell geprägten Vorstellungen konstruiert zu begreifen.
Lebenslauf der Künstlerin
Nives Widauer ist in Basel in der Schweiz geboren und lebt und
arbeitet heute in Wien. Sie studierte an der Hochschule für
Gestaltung und Kunst in Basel, ihren Abschluss machte sie in der
Fachklasse für Audiovisuelle Gestaltung. Nach ihrem Studium begann
Widauer, sich intensiv mit Videokunst und multimedialen Projekten zu
beschäftigen. Bereits seit Ende der 1980er-Jahre arbeitet sie
außerdem im Bereich Theater und Oper, wo sie unter anderem
Videoprojektionen und Bühnenbilder entwickelte.
In ihren Kunstwerken verbindet Widauer unterschiedliche Medien
und interessiert sich besonders für die Verbindung von Analogem und
Digitalem sowie von Vergangenheit und Gegenwart. Dabei verwendet sie
auch gefundene Gegenstände, historische Materialien, Fotografien und
Texte und setzt sie in neue Zusammenhänge.
Nives Widauers Arbeiten wurden u.a. gezeigt im Deutschen
Hygienemuseum Dresden (2026), Lentos Kunstmuseum Linz (2025), Museum
für Angewandte Kunst Wien (2023), Kunstmuseum Basel (2022), Kunsthaus
Zürich (2022), Austrian Cultural Forum Washington (2020), Jüdisches
Museum Wien (2020), Museum der Moderne Salzburg (2019), Centre
Cultural Suisse Paris (2019), Museum Belvedere Wien (2016/2018),
Kunsthistorisches Museum Wien (2015).
Zur Ausstellung erscheint die Publikation Body Talk im Verlag für
moderne Kunst, Wien.
Sonderausstellung Nives Widauer – Body Talk
Ausstellungsdauer: 07. Oktober 2026 – 21. März 2027
Kurator: J. Emil Sennewald
Ort: Josephinum – Medizinhistorisches Museum Wien
Währinger Straße 25, 1090 Wien; www.josephinum.ac.at
Öffnungszeiten Mi-So, 10.00-18.00 Uhr, Do, 10.00-20.00 Uhr
Fixführungen Sa, 11.00 und So, 15.00 Uhr
Pressebilder: https://www.josephinum.ac.at/presse/