Wien (OTS) – Medieninhalte müssen nicht mehr nur für menschliche
Userinnen und
User aufbereitet werden – zunehmend sind es KI-Systeme und digitale
Assistenten, die Inhalte finden, verarbeiten und weitergeben. In
einer exklusiven Breakout-Session auf den Österreichischen
Medientagen 2026 gaben Andreas Mauczka, Chief Digital Officer der APA
-Gruppe, und Katharina Schell, stellvertretende Chefredakteurin der
APA, am Mittwochvormittag einen kompakten Einblick in die
Entwicklungen hinter aktuellen KI-Hypes.
Schell bot einen Blick in das Entwicklungslabor der APA zu den
Fragen, was KI derzeit konkret für das mediale Kerngeschäft – also
das Produzieren und Distribuieren von Content – bedeutet. Die
möglichen Uses cases für den Einsatz von KI in Medienhäusern lägen
vielfach am Tisch und würden genutzt, skizzierte sie den aktuellen
Status, und fasste zusammen: „Wir fragen uns derzeit nicht mehr: ‚Wie
kommt KI in den Journalismus?‘, sondern vielmehr: ‚Wie kommt
Journalismus in die KI?‘“ – also wie gelangen mediale Informationen
in KI-Systeme, so dass diese etwa als Antworten in einem Chatbot
ausgespielt werden? Denn „menschliche User:innen werden künftig nicht
mehr zwingend die ersten Nutzer einer Nachricht sein, sondern
Maschinen.“
APA-CDO Mauczka stellte anschließend vor, wie ein KI-Agent für
den individuellen Nachrichtenkonsum konfiguriert und genutzt werden
kann. Als aktuelles Schlagwort in diesem Zusammenhang kristallisiere
sich derzeit „Harness“ heraus: Ein „Geschirr“, das einem KI-Modell
angelegt wird und diesem die Richtung vorgibt. Es dirigiert also,
welches Ergebnis das Modell aus welchen Inhalten liefern soll. Anhand
des Beispiels eines Agenten, dessen Content die strukturierten, mit
Metadaten versehenen Inhalte des APA-Basisdienst umfasst, zeigte
Mauczka mögliche Outputs und dessen Variationen – etwa vom
morgendlichen Nachrichtenüberblick bis zu sehr spezifischen
individuellen Recherchen. „Auch die Oberfläche, in der die Nachricht
erscheint, kann komplett gestaltet werden. Junge User:innen nutzen
diese Konfigurationen, und für Medien besteht hier die Möglichkeit,
ganz neue Zielgruppen zu erreichen.“ Man müsse sich jedoch damit
anfreunden, dass Content und Funktion auf diesem Weg vom
journalistischen Produkt entkoppelt würden, führte Mauczka aus.
Die stellvertretende APA-Chefredakteurin pflichtete ihm bei – und
betonte, dies beträfe die journalistische Essenz: „Werden Facts in
Zukunft wichtiger als Stories?“ Das entsprechende Buzzword laute
„Liquid Content“; gemeint sind inhaltliche Elemente, die nicht
statisch sind, sondern sich in Echtzeit an die aktuelle Situation des
oder der User:in anpassen. KI ermöglicht dieses Zuschneiden von
Inhalten auf individuelle Vorlieben – Medienunternehmen seien
dahingehend zunehmend gefordert, von der Erstellung von Artikeln zu
flexibleren Objekten umzudenken, erläuterte Schell. Werden Verlage
also künftig keine „Geschichten“ mehr produzieren? Doch, so die KI-
Expertin, denn Medienberichte würden eine Reihe von Modulen – also
„Facts“ wie Personen, Orte, Aussagen, Ereignisse – enthalten. Die
Chance läge darin, diese für Maschinen bestmöglich aufzubereiten.
„Wir sind dabei, das in unserem neuen Redaktionssystem FIRST
umzusetzen“, bot Schell einen Einblick in aktuelle Entwicklungen der
APA. Facts würden also nicht wichtiger als Stories, müssten jedoch
als zusätzliche Dimension mitgedacht werden.
„Es wird auch die anderen Content-Plattformen weiterhin geben.
Menschen lesen nach wie vor Print und gehen ins Kino – KI-Plattformen
sind aber eine wunderbare Möglichkeit, zusätzlich neue Zielgruppen zu
erreichen“, stimmte Mauczka abschließend zu.
Service: KI-Tools der APA: Lösungen für Bild und Text
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