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SOS-Kinderdorf übernimmt Verantwortung und setzt Empfehlungen des Reformberichts konsequent um

Wien (OTS) – SOS-Kinderdorf versteht den Bericht der unabhängigen
Reformkommission
als wichtigen Meilenstein des begonnenen Reformprozesses. Die
Empfehlungen zeigen auf, wo Strukturen noch verbindlicher,
transparenter und wirksamer werden müssen.

„Wir danken der Reformkommission für ihren umfassenden und
professionellen Bericht. Er ist für uns kein Schlusspunkt, sondern
ein Arbeitsauftrag. Der Bericht bestätigt bereits eingeleitete
Veränderungen und gibt zugleich wichtige Impulse für die
Weiterentwicklung unserer Organisation. Kinderschutz ist nie
abgeschlossen. Deshalb entwickeln wir unsere Organisation
kontinuierlich weiter und lassen uns an der Umsetzung der
Empfehlungen messen“ , sagt Carolin Porcham, CEO von SOS-Kinderdorf.

Eine österreichweite interdisziplinäre Arbeitsgruppe unter Leitung
des Qualitätsmanagements hat den Bericht analysiert. Die Empfehlungen
wurden mit laufenden Reformmaßnahmen abgeglichen und in einen
verbindlichen Umsetzungsplan überführt.

Heute bereits verbindliche Veränderungen für mehr Kinderschutz

SOS-Kinderdorf versteht Kinderschutz als ein überprüfbares System mit
klaren Zuständigkeiten, Risikoanalysen, Beteiligung, Beschwerdewegen
und unabhängiger Qualitätskontrolle. An allen Standorten laufen
Risikoanalysen unter Einbindung von Mitarbeitenden, Kindern und
Jugendlichen. Schutzlücken werden unmittelbar bearbeitet.

„Kinderschutz muss laufend überprüft werden. Deshalb analysieren wir
Risiken gemeinsam mit Mitarbeitenden, Kindern und Jugendlichen.
Daraus entwickeln und implementieren wir ein österreichweites
Rahmenschutzkonzept, das Standards konsequent weiterentwickelt und
bündelt – mit klarem Fokus auf Prävention sowie wirksame Beschwerde-
und Interventionswege“, betont Katrin Grabner, Bereichsleiterin
Qualitätsmanagement.

Die Risikoanalysen an nahezu allen Standorten werden 2026
abgeschlossen. Das Rahmenschutzkonzept soll im Frühjahr 2027
vorliegen, anschließend folgen Schulungen, Umsetzung und Monitoring.

Parallel stärkt SOS-Kinderdorf seine Organisationsstrukturen. Eine
unabhängige Interne Revision wurde eingerichtet und weisungsfrei
aufgestellt, das Qualitätsmanagement organisatorisch gestärkt und von
der operativen Programmarbeit getrennt. Führungsstrukturen,
Kontrollmechanismen und Beschwerdekanäle werden weiterentwickelt.

Verantwortung für die Vergangenheit übernehmen

Zugleich macht der Bericht deutlich: Mitarbeiter*innen von SOS-
Kinderdorf leisten täglich wichtige und wertvolle Arbeit und
begleiten Kinder und Jugendliche in ein selbstbestimmtes Leben. Die
Qualität dieser Arbeit wird durch die Fehler der Vergangenheit nicht
geschmälert. Zugleich darf sie niemals dazu führen, diese Fehler zu
relativieren. Diesem Spannungsfeld zwischen Verantwortung für die
Vergangenheit und dem Auftrag in der Gegenwart stellt sich SOS-
Kinderdorf jeden Tag.

SOS-Kinderdorf ist seit mehreren Monaten in intensivem Kontakt mit
Schwestervereinen und der internationalen Föderation zur Aufarbeitung
der Geschichte der Organisation. Das ist ein bewusster Bruch mit
einer idealisierten Geschichte, der notwendig ist für die
Neuaufstellung und Aufarbeitung. Die Person Hermann Gmeiner, sein
Handeln und die ihn tragenden Strukturen werden historisch untersucht
und öffentlich kontextualisiert.

Auch das freiwillige Entschädigungsverfahren für Betroffene von
Gewalt wird weiterentwickelt. Ein fairer Entschädigungsrahmen,
Neuausschreibung von Ombudsstellen sowie verbesserte Informationen
und ein systematisches Monitoring stärken das Verfahren. Für Menschen
mit laufenden Anträgen werden kurzfristig Therapiestunden ermöglicht.

Kinderrechte als Maßstab für die Zukunft

Kinderrechte und Beteiligung bleiben Grundlage der pädagogischen
Arbeit. Beteiligungsformate und Beschwerdewege werden gemeinsam mit
Kindern und Jugendlichen österreichweit weiterentwickelt und
verbindlich verankert. Langfristig soll ein österreichweiter Kinder-
und Jugendbeirat entstehen.

Die Begleitung junger Menschen nach dem Auszug aus der Betreuung wird
dauerhaft gestärkt. Bewährte Care-Leaver-Angebote werden
organisationsweit verankert. Gleichzeitig setzt sich SOS-Kinderdorf
für eine österreichweit einheitliche Nachbetreuung bis zum 24.
Lebensjahr ein.

Kinderschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

SOS-Kinderdorf bringt seine Erfahrungen in den Austausch mit Politik,
Behörden, Wissenschaft, Kinder- und Jugendhilfe sowie der
Zivilgesellschaft ein und wirkt an der Weiterentwicklung von
Kinderschutz und Kinderrechten mit.

„Die Empfehlungen der Reformkommission sind für uns keine Liste
einzelner Maßnahmen, sondern Auftrag, unsere Organisation dauerhaft
weiterzuentwickeln. Wir bauen auf Bewährtem auf, verändern konsequent
dort, wo es notwendig ist, und schaffen verbindliche Strukturen für
die Zukunft. Daran werden wir uns messen lassen“ , so Porcham
abschließend.